Per Ende Jahr wird der langjährige Chefredaktor Martin Cabalzar (63) die redaktionelle Verantwortung für die romanische Tageszeitung La Quotidiana abtreten. Der scheidende Chefredaktor war bereits 1997 bei der Gründung der Quotidiana dabei und hat die Redaktion seit 1998 als Chefredaktor geleitet.

Martin Cabalzar bezeichnet den Rücktritt zu diesem Zeitpunkt, sowohl für ihn persönlich als auch für die Zeitung,  als sehr günstig. Da der Weiterbestand der Quotidiana nun gesichert ist, möchte er in Hinblick auf die künftigen Herausforderungen der Digitalisierung und der Neuorganisation der romanischen Medien, die redaktionelle Verantwortung ab 2020 in jüngere Hände übergeben. Cabalzar wird voraussichtlich der Quotidiana aber weiterhin als Redaktor treu bleiben.

Martin Cabalzar war bereits 1997 bei der Gründung der Quotidiana dabei und leitet diese seit 1998 als Chefredaktor. Bereits im jugendlichen Alter war Cabalzar journalistisch tätig, sei das als Redaktor der Jugendzeitschrift „La Talina“ und freier Mitarbeiter der Gasetta Romontscha. Nach einer 6jährigen Tätigkeit als Sekundarlehrer im Lugnez war Cabalzar während 10 Jahren Redaktor und Chefredaktor der damaligen „Gasetta Romontscha“, die Lokalzeitung der Surselva. Als Redaktor der literarischen Reihe „Nies Tschespet“ und des „Calender Romontsch“, aber auch als Präsident der Romania und der Surselva Romontscha und Buchautor hat Cabalzar die rätoromanische Bewegung während Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt.

Als Chefredaktor der ersten romanischen Tageszeitung war Cabalzar stets bemüht, Brücken über das gesamte romanische Gebiet und zur romanischen Diaspora im Unterland zu schlagen, um das gegenseitige Verständnis der Idiome und das passive Verständnis von Rumantsch Grischun zu fördern.  Dabei durfte er auf eine intensive und pragmatische Zusammenarbeit mit der Agentura da novitads Rumantscha (ANR) und auf die Unterstützung zahlreicher freier Mitarbeiter zählen.

Auch wenn die Quotidiana im Oberhalbstein und im Engadin wegen der dortigen Lokalzeitungen Pagina da Surmeir (Wochenzeitung) und Posta Ladina (romanische Beilage in der Engadinerpost) nicht die gewünschte  Akzeptanz und Verbreitung fand, taxiert Cabalzar rückblickend die Realisierung der romanischen Tageszeitung als wichtigen Schritt für die Spracherhaltung. Dank den Synergien im Medienhaus Somedia und einer sehr kleinen, aber sehr engagierten Redaktion und einer intensiven und pragmatischen Zusammenarbeit mit der ANR und deren Geschäftsführer Guido Jörg ist es gelungen,  während über 20 Jahren, eine ansehnliche Tageszeitung zu gestalten.