Das SRG-Radio La Première ist die glaubwürdigste Medienmarke der Romandie. Sie lässt die Tageszeitung Le Temps knapp hinter sich. In der diesjährigen MediaBrands-Studie untersuchte Publicom über 100 Medienmarken auf ihre qualitative Ausstrahlung im Publikum. Zum ersten Mal wurde auch die Romandie einbezogen.

Seit 2013 untersucht Publicom im Rahmen der MediaBrands-Studie die qualitative Beurteilung von Medienmarken in der Schweiz. Für die aktuelle Studie wurden über 4’800 repräsentativ ausgewählte Personen danach gefragt, wie sie die konsumierten Medien qualitativ beurteilen. Dadurch entsteht für jede der untersuchten 111 Medienmarken ein differenziertes Markenprofil.

Die Befragten in der Romandie beurteilten 44 in der Westschweiz verbreitete Medienmarken. Punkto Glaubwürdigkeit setzte sich das erste Radioprogramm von RTS, La Première, an die Spitze. Das beliebte Radioprogramm, das zu zwei Dritteln Informationen ausstrahlt, und die Rangliste der reichweitenstärksten Radios anführt, verweist die renommierte Tageszeitung Le Temps auf den zweiten Platz. Die beiden Westschweizer Fernsehprogramme der SRG folgen auf den weiteren Plätzen. Doch auch kleinere Regionalzeitungen wie die Freiburger La Liberté und der Walliser Le Nouvelliste geniessen eine hohe Wertschätzung beim Publikum, ebenso wie das Wochenmagazin L’Hebdo. Auch zwei Lokalradios, RFJ und RadioFr, sowie die Regionalfernsehstation
Canal 9 zählen zu den zehn glaubwürdigsten Medienmarken der Romandie.

 

Starke Gesamtleistung der Lokalradios

Auch wenn die qualitative Gesamtleistung (Markenstärke) betrachtet wird, setzt sich das erstaunliche La Première, das den höchsten Wortanteil aller Westschweizer Radioprogramme aufweist, an die Spitze der Rangliste vor dem welschen ersten Fernsehprogramm RTS Un. Stark ist auch die Leistung der Lokalradios RFJ (Jura), RadioFr (Freiburg), Rhône FM (Unterwallis) und der Regionalfernsehstation Canal 9, die sich neben den Regionalzeitungen Liberté und Nouvelliste unter den stärksten zehn Medienmarken der Romandie behaupten.

 

Tageszeitungen: Ausschliesslich digitale Nutzung bleibt Ausnahmeerscheinung

Neben der qualitativen Ausstrahlung der Medienmarken untersucht MediaBrands auch deren Nutzung. Dabei zeigt sich ein charakteristischer Unterschied zur Deutschschweiz: Die klassischen Medien Zeitungen und Radios, vor allem aber Zeitschriften nutzen die Romands deutlich weniger als die Deutschschweizer. Leicht beliebter sind aber die Sozialen Medien in der Romandie. Was die mobile Internetnutzung anbelangt, bestehen nur geringe Unterschiede zwischen den Sprachregionen: Auch in der Romandie nutzen sieben von zehn erwachsenen Personen das mobile Internet. Zeitungsinhalte nutzt die Hälfte der Bevölkerung über das Smartphone. Wie in der deutschsprachigen Schweiz etabliert sich in der Romandie die komplementäre Nutzung von Tageszeitungen: Diese werden – je nach Alltagssituation – sowohl in gedruckter als auch digitaler Form konsumiert. Eher die Ausnahme bleibt die ausschliesslich digitale Nutzung von Tageszeitungen. Nur jeder zwanzigste Romand konsumiert Tageszeitungen ausschliesslich in digitaler Form.